Mittwoch, 4. Januar 2012

Jahrvideo 2010/2011

Entschuldigt die lange Stille.
Viel viel ist passiert, wie immer.
Ich werde bald einen Post machen, bei dem ich einfach nur Bilder der letzten Monate reinstelle, aber für jetzt:

http://www.youtube.com/watch?v=eexC2ruGEVU&feature=player_embedded

Das ist das Jahrvideo vom letztes Jahr, das komplette. Eine Stunde UWCCR.
Schaut es euch an, wenn ihr Zeit und Lust habt.

Mit warmen Gefühlen,

Eure

Lauri

Mittwoch, 16. November 2011

Humpelpumpel

Einen wunderschönen guten Tag,

die Exam-Woche ist vorrüber und obwohl ich trotzdem noch unmengen zu tun habe (ToK-Essay schreiben, Math-portfolio machen, Uni-Bewerbungen schreiben usw.), hat es sich doch ein bisschen beruhigt. Letzte Woche war aber auch einfach nur verrückt...

Es ist viel los hier, wie immer, wir haben angefangen eine Show für unsere Lehrer und alle, die sonst noch auf dem Campus arbeiten, zu planen, aber die wird erst nächstes Jahr statt finden. Dieses Jahr before Weihnachten werden wir aber für die Lehrer Wichteln. Das heißt jedem Lehrer werden in aller Heimlichkeit ein par Wichtel (Schüler) zugeordnet und dann hinterlassen wir ihnen Notizen und Süßigkeiten und dergleichen. Ich freu mich schon darauf.
Letzten Samstag war eine Open Mic-Night im Amphitheater (wörtlich: offenes Mikrofon-Nacht), das heißt jeder der wollte konnte auf die Bühne kommen und etwas darbieten (hauptsächlich Musik). Solche Abende sind immer schön, aber dieses Jahr sind sie noch schöner, weil jetzt auch immer mehr Lehrer zu diesen Veranstaltungen kommen und auch teilnehmen.

Oh, fast hätt' ich's vergessen: Am Samstag hab ich Basketball gespielt, was super viel Spaß gemacht hat, aber dabei hab ich mir den Knöchel verstaucht....
Jetzt ist er dick, grün/gelb/blau/schwarz und ich muss auf Krücken laufen, weil ich nicht auftreten kann ohne dass es arg weh tut. Klingt aber schlimmer als es ist - alle kümmern sich ganz lieb um mich und tragen mich umher, wenn ich zu müde werde von dem auf den Krücken laufen und ich werde mit Süßigkeiten gefüttert und so weiter. Blöd ist nur, dass ich jetzt nicht mehr morgens mit Hatty (UK) joggen kann, wie es unsere Gewohnheit war. Ich stehe aber trotzdem noch um 6 auf und wecke sie auf und humpel mit ihr zum Basketball-Feld und sie dreht ihre Runden und ich mache Übungen für mein rechtes Bein, damit es nicht zu sehr abbaut... Um mein linkes Bein und meine Arme brauche ich mir da keine Sorgen zu machen, denen gehts besser denn je.
Es war übrigens ziemlich cool: Ich wurde im Krankenwagen zum Krankenhaus gefahren und mit dem Rollstuhl hinein und ich hatte mein eigenes Bett und bekam eine Decke und weil es eine Privatklinik war, wurde ich schon nach wenigen Minuten geröngt und bekam eine Art Stützverband, Salbe und Tabletten... Und Mauricio, der Schulleiter, war da und hat mich hinterher in seinem weißen VW Tiguan, der noch ganz neu roch, nach Hause gefahren und er hat kurz angehalten und mir Schokolade gekauft - als Substitut für meine Mum. Das war also angenehm.
Der Lehrer on duty an dem Wochenende (an den Wochenenden haben die Lehrer immer abwechselnd Dienst und müssen hier sein, falls was passiert und für check-in) war übrigens Jeff, mein Bio-Lehrer. Falls ihr euch noch erinnert: Er hatte auch Dienst als ich mir den Finger vor ein par Wochen angeknackst hatte - wir haben rumgescherzt, dass das was mit ihm zu tun hat und ich mir nur deswegen immer weh tue...
Oh und: Im Krankenhaus wurde ich am Ende in einen Rollstuhl gesetzt und zu Jeff in den Wartebereich gesetzt und musste warten, weil Mauricio noch meine Medikamente kaufen und alles bezahlen musste und in der Zeit habe ich ausprobiert wie es ist mit einem Rollstuhl umher zu fahren. Am Anfang ist es erstaunlich kompliziert und nicht so einfach wie es aussieht, aber man hat den Bogen schnell raus und dann bin ich duch den Gang gesaust und hab Piruetten gedreht, das war ein Spaß... Ich konnte sogar rückwärts einparken mit meinem Rollstuhl...

Also ich halte euch auf dem Laufenden.

Eure

Lauri

Samstag, 5. November 2011

Time's Arrow

Ich dachte mir, ihr würdet vielleicht mal sehen wollen, wie bei uns Hausaufgaben unter anderem aussehen können.

Dies ist eine 6 Minütige Zusammenfassung eines Buches namens Time's Arrow von Martin Amis. Wer von euch Zeit und Lust hat: Ich kann euch nur empfehlen es zu lesen. Es geht dabei um einen Doctor, der in Auschwitz gearbeitet hat. Hört sich nach einem alten und schon viel zu oft behandeltem Thema an, nicht wahr? Aber dieses Buch ist anders: Alles ist rückwärts, es ist ein literarisches Meisterwerk, meiner Meinung nach. Martin Amis hat jedes kleine Detail genau bedacht und berücksichtigt.
Viel Spaß bei Guillermos, Marias und meiner kleinen Kurzversion des Buches.


video


Alles Liebe

Eure

Lauri

Dienstag, 1. November 2011

Das ist Glück

Good evening,

als ich eben im Dunkeln von der Cafeteria über den Weg am Amphitheater vorbei ging, alleine, meine UWCCR-Tasche über der Schulter und den Kopf voller neuer Ideen, konnte ich nicht anders als vor Glück lachen.
Hab ich irgendwem von euch erzählt, das letzte Jahr hier wäre super gewesen? Well, es war jedenfalls nichts im Vergleich zu diesem Jahr. Alles scheint so viel schöner, flüssiger und intensiver zu sein. Die Lehrer sind besser und näher zu den Schülern, die community-meetings machen richtig viel Spaß, weil wir Schüler sie jetzt selber organisieren, wir haben deutlich mehr Aktivitäten auf dem Campus und Initiativen, die Schülervertretung ist super-effizient und spannend, first- und second-years bilden eine viel engere und freundlichere Gemeinschaft... ich könnte die Liste noch fortführen, aber ich denke, ihr versteht was ich meine.

In den letzten Wochen ist natürlich wieder jede Menge passiert.
Ich bin mit den First-years zu deren First-year camp gefahren, dieses Mal als Leader natürlich - und es war großartig.
Wir hatten Oktoberferien, in denen ich an den Strand gefahren bin (Manuel Antonio) und auf dem Strand gezeltet habe. Allerdings habe ich dabei nicht bedacht, dass es Regenzeit ist... Wir mussten das Zelt im strömenden Regen aufstellen und dachten Nachts, wir würden das Ganze nicht überleben.... Der Regen war so extrem, dass der Sand ihn nicht mehr aufsaugen konnte und das Resultat war, dass das Zelt voll Wasser war und wir praktisch im Wasser geschlafen haben. Wir waren relativ dicht beim Wasser, um eventuell entstehenden Schlammrutschen zu entgehen, jedoch waren wir nicht sicher, wie hoch das Wasser in der Nacht steigen würde... Aber trotz allem habe ich es sehr genossen zur Musik des Meeres einzuschlafen und am nächsten Morgen den Sonnenaufgang von einem riesigen Felsen, halb im Ozean, bewundern zu können, Pelikane fischen zu sehen, Kokosnüsse zu sammeln und zu trinken und einfach schwimmen zu gehen...
Wir haben am Abend dann den Bus zurück nach San José verpasst und sind kurzerhand in einem billigen Motel abgestiegen - das war wie in einem Film, ziemlich spannend...

Seit letztem Mittwoch arbeite ich fast nur noch - neben all den Aktivitäten, die wir hier immer haben. Ich habe mein World-Literature Essay (in Deutsch) fertig geschrieben ("Über das Thema Arbeit in Alice Walkers Die Farbe Lila und Nikos Kasantzakis' Alexis Sorbas") und mein Extended Essay ("In what way does Star Wars Episode I The Phantom Menace written by George Lucas present racial and ethnic relations?"). Ich habe mein ToK-Essay angefangen und zusätzlich noch Tests und Examen gemeistert...
Und wisst ihr was? Die ganze Arbeit hat mich kaum gestört, sondern sogar Spaß gemacht.

Was hat dieser Ort nur an sich, dass ich nach einem Tag wie heute, an dem ich erst einen vollen Schultag habe (Spanisch, English, ToK) und dann von um 2 bis um 3 Uhr 30 CAS, von 3 Uhr 20 bis um 4 Uhr 30 Community Meeting, von um 5 bis um 6 Schülervertretung und weiß, dass ich danach mit Guillermo und Maria an unserem Englisch-Projekt arbeiten muss und zwei Essays als Hausaufgabe schreiben, danach von um 8 bis um frühestens 10 hab ich Musical-Proben und zu alle dem kränkele ich noch leicht vor mich hin, was hat dieser Ort an sich, dass ich mich trotzdem so voller Energie und enthusiastisch und voller Liebe für diese Schule und meine Mitschüler fühle?!

Ich bin höchst glücklich.

Eure

Lauri

Montag, 3. Oktober 2011

Wissen in 4 1/2

Viel ist passiert seit ich das letzte Mal die Zeit und Muse fand, diese Seite zu öffnen, um einen neuen Post zu schreiben.
Aber jetzt ist es soweit und ich habe Vieles zu erzählen. Ich werde mich auf die für euch wohl interessantesten Dinge beschränken.

1. Ihr habt nach den neuen Lehrern gefragt. Ich habe zwar nicht alle von den neuen Lehrern, denn davon gibt es viele, aber die, die ich habe, sind super genial gut.

-->Der neue English-Lehrer, Matthew, ist sehr e
ngagiert und klug, britisch, jung (das sind sie alle) und einfach ein guter Lehrer.
--> Der neue Bio-Lehrer ist suuuper interessant und weiß wirklich wovon er spricht. Er schafft es doch tatsächlich Bio interessant zu machen. Wir gehen häufig raus ausm Klassenraum und wandern aufm Campus rum und er erklärt uns alles was wir gerade lernen an den Beispielen auf dem Campus (wir behandeln gerade Pflanzen). Er hat auch unmengen Pflanzen in den Klassenraum geholt, um sie uns dort zeigen zu können. Und wenn wir durch die Gegend laufen und uns Pflanzen anschauen, ist es fast immer garantiert, dass er zwischendurch stoppt, w
eil er etwas entdeckt hat (eine Art Schmetterlin, eine andere Pflanze etc.) und dann beginnt uns völlig fasziniert davon zu erzählen.
Einmal haben wir in der 5-Minuten Pause einen Falt
er an der Wand außerhalbs des Klassenraums entdeckt und ihn darauf aufmerksam gemacht und er war total fasziniert und konnte uns sofort sagen welcher Gattung das Tier angehörte. Er hat ihn runtergeholt, um ihn dazu zu bringen an einem geeigneteren Ort zu ruhen. Es war nämlich eine Art Motte, die aber riesengroß war und an der Wand sehr offensichtlich war, aber sobald sie im Gras unter einer Bank saß, hätte ich schwören können, sie wäre ein verschrumpeltes Blatt, selbst als ich dicht ran ging. Das und der Umstand, das sie völlig bewegungslos blieb selbst bei wiederholter Berührung, sind die Tarnungsmechanismen dieser Motte.
--> Andrew, der neue ToK-Lehrer ist ein schwierigeres Topic. Er unterrichtet auch Psychologie, ein Fach, das dieses Jahr zum ersten Mal bei uns angeboten wird. Er ist also auch ein wahnsinnig interessanter Mensch, allerdings würde ich sagen, dass man ihm seine langen Jahre im Dienste der US-army anmer
kt... Aber ich glaube, er ist trotzdem ein hervorragender Lehrer. Ein gutes Beispiel, warum er so interessant ist, ist, dass sein Vater während der Kubakriese von 1962 (an die sich sicher einige von euch noch gut erinnern werden) gedient hat und in Florida stationiert war, eben genau aus diesem Grund. Das allein wäre schon super spannend, aber da wir gerade auch noch Fidel Castro in Geschichte behandeln, ist es doppelt so interessant.

So viel zu den neuen Lehrern. Von den restlichen neuen Lehrern kenn ich wirklich nur noch zwei, weil ich einen CAS mit ihnen habe - dazu mehr in meinem nächsten Punkt.

2. Die CASs.
Ich bin hochzufrieden mit meinen CASes dieses Jahr.
-->Mein kreativer CAS ist das Musical, was gut ist, weil ich daran ohnehin ständig werde arbeiten müssen. Bisher habe ich schon unzählige Stunden daran gesessen, alles zu planen und einen Proben-Plan bis Dezember zu erstellen. Wir 5, die das Musical dieses Jahr leiten, haben uns für "König der Löwen" entschieden. Allerdings mixen wir es mit der zweiten großen Show, die jed
es Jahr statt findet, den "Danzas del Mundo" (Tänze der Welt - ist genau was der Titel verspricht). Das kommt daher, dass uns gesagt wurde, dass dieses Jahr nur eins von beidem statt finden wird und weil beides wichtig für uns Schüler ist, werden wir die Tänze aus aller Welt eben in das Musical integrieren. Wir haben ne Menge wirklich geniale Ideen dazu, aber darüber werde ich euch mehr zu einem späteren Zeitpunkt berichten.
Wie dem auch sei, letzte Woche haben wir gute 6 Stunden mit dem Vorsprechen/-singen verbracht. Wir haben alle, die sich in die Liste eingetragen haben, in Gruppen unterteilt und eine Szene spielen lassen und jeden einzeln ein Lied vorsingen lassen. Das war ein(e) anstrengender, aber auch lustiger Nachmittag/Abend/Nacht. Das war Dienstag - zwisch
endurch hatten wir übrigens auch noch jede Menge andere Meetings... Als Resultat waren wir erst Nachts um 10 mit allen Gruppen fertig. Mittwoch haben wir gute 4 Stunden damit verbracht, die Besetzung auszusuchen. Es hat sich aber gelohnt. Ich bin mir sicher, dass das Musical ein genialer Erfolg werden wird.
--> Mein Service-CAS ist der kleine Laden, den wir Schüler auf dem Campus haben und in dem wir Süßigkeiten und Getränke verkaufen. Dieser CAS besteht darin, zwei Stunden pro Woche dort zu sitzen und Dinge zu verkaufen - er hat allerdings noch nicht angefangen.
--> Mein Action-CAS ist nochmal sehr aufregend. Ich bin wirklich froh, dass ich eine von den 12 Glücklichen bin, die in dies
en CAS gekommen ist (über 40 wollten rein): Klettern. Ja, richtig Klettern. Bisher gehen wir zu einer Halle - jeden Montag 3 Stunden lang. Aber im Laufe des Jahres wollen wir auch mal draußen klettern gehen. Es ist genial: Hervorragendes Training für meinen Oberkörper, meine Arme, meine Bauchmuskeln und auch die Beine.

3. Meine Fake-Birthday-Party
Das war einfach geeeenial.
Aaaalso, lasst mich die Geschichte von Anfang an erzählen:
Es war einmal vor langer Zeit... Nein, Scherz. Also, ihr wisst vielleicht, dass auf Facebook, wenn man es zulässt, der G
eburtstag angezeigt wird. Das ist bei mir der Fall. Allerdings, aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen, hat sich das Datum geändert, sodass es der als der 26. September angezeigt wurde. Vielleicht wisst ihr auch, dass es bei uns Tradition ist, Geburtstage am Abend vorher, entweder um Mitternacht oder zwischen 10 und 11 zu feiern - auf verschiedene Arten. Manchmal wird man mit Kuchen und allerlei Überraschungen beglückt, manchmal mit Wasser oder deutlich ekligeren Dingen beschüttet und DANACH mit Kuchen und allerlei Überraschungen beglückt. Jedenfalls, hatten mich schon ne Menge Leute den ganzen tag über angesprochen, ob am nächsten Tag wirklich mein Geburtstag sei und ich musste es immer wieder abstreiten. Am Abend (um 10) saß ich dann gemütlich auf meinem Bett und lernte vorbildlicher Weise meine Spanisch-Vokabeln, als plötzlich Maria (second-year, Österreich) und Fabian (first-year, GB) hereinkamen und mir ganz aufgeregt erzählten, dass Viljami (first-year, Finnland) einen super guten Kuchen gebacken hätte, den ich unbedingt probieren müsse. Okay, an diesem Punkt hab ich mich gewundert, aber eigentlich hätte ich sofort Bescheid wissen müssen. First of all: Maria und Fabian sind beide sehr gute Freunde von mir, ja, aber zusammen würde sie NIE an meine Tür klopfen. Und zweitens, Viljami ist zwar bekannt dafür, viel zu backen, aber wieso sollte er so einen genialen Kuchen backen, um ihn dann an alle Leute zu verfüttern? Und warum sollten die zwei Schlaumeier unbedingt mich von diesem Kuchen probieren lassen?? Es ergab also alles nicht so wirklich Sinn, aber da auf diesem Campus wirklich literally alles möglich ist, haben die Alarmglocken in meinem sonst so hervorragend ToK-geschulten Kopf nicht geschrillt, sondern nur leise vibriert. Ich habe also meine Spanisch-Vokabeln geschnappt und bin den Zweien hinaus gefolgt. Ich hab nochmal nachgefragt, ob ich auch wirklich richtig gehört hatte, dass Viljami einen Kuchen gebacken hatte und beide bejahten es heftig und sponnen ihre kleine Geschichte weiter. Viljami war noch aus einem zweiten Grund eine wirklich hervorragende Wahl für diesen Plan, denn er wohnt in Montezuma, der Residence schräg gegenüber von meiner. Wenn ich dorthin will, ist es am schnellsten für mich, über die große Grasfläche in der Mitte der Residencen zu gehen. Das haben wir auch gemacht - in der Mitte war Aura (second-year, Finnland), die von Weitem rief, dass wir uns beeilen sollte, weil es zwar unmengen seien und sie viele Leute bräuchten, um es alles aufzuessen, aber es sicher bald alles weg sei.
Also haben wir uns beeilt und - weiß der Geier wie -

Maria und Fabian haben es geschafft mich vorweg laufen zu lassen in einem genügend großen Abstand um....
Als ich in der Mitte der Wiese war, völlig aus dem Nichts (es war ja dunkel), bekam ich einen riesen Eimer Wasser über den Kopf geschüttet. Erst wusste ich nicht wie mir geschah, dann hörte ich den Gesang: "Happy Birthday to you" Klatsch, Klatsch, Klatsch...
Meine ersten Worte? "This is brilliant. My Spanish is wet!" Und dann habe ich Dominic (second-year, Bahamas), Maria (second-year, Schweiz) die beide auch involviert waren und alle anderen umarmt und sie haben mir erklärt wie es dazu kam. Aber vorher hab ich natürlich etwas warmes zum Anziehen bekommen, denn ich war wortwörtlich bis auf die Unterwäsche nass.
Die ganze Sache war also so gewesen: Aura hatte auf Facebook gesehen, dass Morgen mein Geburtstag sein sollte und war völlig geschockt zu den beiden Marias gegangen, von denen sie erwartete, dass sie das wüssten. Irgendwann dann bekamen auch Fabian und Dominik in die ganze Sache involviert. Sie waren sich jedenfalls alle nicht sicher und waren völlig aufgelöst, weil sie gar nichts für mich vorbereitet hatten. Aber weil sie sich eben nicht sicher waren, ob es wirklich mein Geburtstag am Nächsten Tag war und es ihnen allen komisch vorkam, haben sie schließlich zum sichersten Mittel gegriffen, um die Wahrheit zu erfahren: Sie sind zu meiner Residence-coordinatorin gegangen und haben sie gefragt. Maritza hat eine Liste mit unseren Geburtstagen (auf der mein richtiger Geburtstag auch steht), aber meine lieben Freunde haben auch dieser Liste nicht ganz vertraut und sind schließlich zur Administration gegangen und haben dort in meinem Reisepass nachgeschaut. Ja, so viel nehmen Freunde hier auf sich...
Als aber dann schließlich fest stand, dass es nicht mein Geburtstag war, haben sie beschlossen als "Strafe" und Scherz diese kleine "Fake-Birthday Party" zu organisieren.
So kam es, dass ich und meine Spanisch-Vokabeln uns völlig durchnässt in der Mitte der Residencen wiederfanden.

4. Last but not least: Die Schlammschlacht.

And now the super-awesome part by me,guess who? ;)
I'm suppossed to be watching a movie trailer about drugs for the sur americano semana but I'm writing laura's blog and marlene's laughing at my poor attempt and laura's laughing too, they're ..hmmm, I think the discussion we're having a rather(kinda..) interesting discussion about drugs<-please don't erase this! :)

Okay, das war Ori... Und weil er drum gebeten hat, lass ich den Part drinnen...

Also, jetzt zurück zu 4. Die Schlammschlacht.

Fabian (first-year, GB) hatte sich am Samstag ein Einrad gekauft und wollte nun damit rumfahren. Also sind wir zu einem Berg gewandert - ungefähr eine halbe Stunde von der Schule entfernt. Als wir den Campus verließen regnete es schon, als wir auf dem Berg ankamen fing es an zu gießen. Ich weiß nicht, ob ihr euch diesen Regen vorstellen könnt, wir haben so etwas gar nicht in Deutschland... Also waren wir schon mal pitschnass. Also, der Hügel war sehr sehr schlammig. Aber schlammig auf eine gute Art und Weise.
Fabian hat also eine Weile versucht runterzufahren, aber weil es so rutschig war, ist er immer auf halben Wege umgefallen. Also sind wir weiter hochgeklettert und haben (immer noch im strömenden Regen) ein Wettrennen die hälfte des Berges hinunter veranstaltet. Er ist auf dem Einrad gefahren und ich bin gelaufen.
Irgendwann hat er das Unicycle aufgegeben und wir haben angefangen zu versuchen, an der glitschigsten Stelle bergauf zu laufen. Ein Ding der Unmöglichkeit. Dabei jedoch sind wir hingefallen und irgendwie ist das Ganze dann in eine kolossale Schlammschlacht ausgeartet. So eine geniale Schlammschlacht hatte ich noch nie... Es war als wären wir wieder Kinder. Und wir haben mit dem Schlamm Dinge gebaut - Burgen, die aber eher wie große Hügel aussahen.
Als wir schließlich beschlossen zurück zur Schule zu gehen, wurden wir auf der Straße ganz schön komisch angeguckt. Ich kanns aber auch niemandem verdenken: Zwei Jugendliche, die beide über und über mit Schlamm bedeckt sind, Schlamm in den Haaren, Schlamm im Gesicht, Schlamm üüüberall, noch dazu klitschnass sind und von denen einer auf einem Einrad umherfährt... Es muss schon ein komisches Bild gewesen sein.
Zurück auf dem Campus, haben wir gemerkt, dass wir die Zeit völlig vergessen hatten - wir hatten keine Ahnung wie lange wir schon weg gewesen waren. Das result: Wir hatten das Mittagessen verpasst.
Weil wir aber vor Hunger nach diesem aufregenden Tag fast umkamen, sind wir trotzdem in die Cafeteria gegangen. Als die Tias uns sahen, waren sie ganz erschrocken und haben uns erstmal Kaffee und heiße Milch gegeben und nach einer Weile, weil wir immer noch so bedröppelt dastanden, haben sie uns auch noch Kekse gegeben. Als wir diesen kleinen Not-Snack verputzt hatten, haben wir uns gegenseitig mit einem Gartenschlauch abgesprüht und dann, als das Gröbste weg war, unter eine heiße Dusche gehüpft. Um dem Ganzen einen schönen Abschluss zu verleihen, haben wir uns noch heiße Tomatensuppe gekocht und dann bin ich totmüde ins Bett gefallen.

Das sind also die Dinge, die hier so passieren. Das alles war übrigens letzte Woche. Seitdem ist schon wieder soooo viel passiert, aber ihr habt sicher genug zu tun, das alles hier jetzt erstmal zu lesen.

In Liebe

Eure

Lauri

P.S.
Anbei noch ein par Fotos von den letzten Tagen.



Mittwoch, 21. September 2011

Frieden

Einen frohen Weltfriedenstag! Happy Peace Day! Feliz Día de la Paz!

Wir feiern heute den Weltfriedenstag. Wir tanzen und wir laden ein und wünschen unseren Lieben zu Hause einen ebenso schönen Tag wie wir ihn haben!

Gestern saß ich im Geschichtsunterricht und der kleine, drollige Hund des Chemie-Lehrers kam herein. Paz ist sein Name (das ist Spanisch für Frieden - wie passend). Er bleibt neben Dave (mein Geschichtslehrer) stehen und sieht zu ihm hoch. Dave guckt runter: "What's up?"

Vor ein par Tagen kam ich zu meinem Raum zurück und über meinem Namen an der Tür hing ein kleiner gelber Zettel. Darauf stand geschrieben: "Un arco iris vive aquí. Te quiero Laura!" "Ein Regenbogen lebt hier. Ich hab dich lieb, Laura!" Später habe ich rausgefunden, dass Hatty aus GB mir den Zettel geschrieben hatte.

Wenn ich Abends in die Residence komme, um Maritza (meine neue Residence-Koordinatorin) bescheid zu sagen, dass ich da bin (check-in nennt sich das), umarmt sie mich und fragt mich wie es mir geht und wir scherzen darüber, dass wir immer müde sind.

Es kommt häufig vor, dass ich nachts um 10 Uhr Lust bekomme laufen zu gehen. Ich finde immer jemanden, der mir Gesellschaft leistet.

Wenn ich morgens aufwache, scheint die Sonne und begrüßt mich in dem neuen Tag. Und manchmal, wenn ich Glück habe, taucht sie alle in so goldenes Licht, dass ich nicht anders kann als auf dem Weg zur Cafeteria stehen zu bleiben und zu versuchen diese Schönheit mit den Augen aufzusaugen.

Es kommt häufig vor, dass man in der Schlange zum Mittagessen steht und vor einem steht Mauricio, der Schulleiter, und man beginnt ein Gespräch mit ihm und isst Mittag zusammen. In der Parade zum Tag der Unabhängigkeit Costa Ricas ist er rumgegangen und hat uns Getränke ausgeteilt.

Manchmal komme ich Nachts in die Residence und es spielt Musik und eine Gruppe von Leuten tanzt in der Mitte des Wohnbereiches und ich tanze einfach mit. Es ist egal, wie es aussieht.

Mein Englisch-Lehrer macht kleine Stunts im Unterricht.

Im Spanisch-Unterricht hat sich letzte Woche viel um die Schwester von Paula (meine Spanisch-Lehrerin) gedreht. Sie lag in den Wehen und das ist das erste Baby in der Familie seit 17 Jahren.

Ich bin glücklich und erfüllt. Ich liebe diesen Ort.

Eure

Lauri

Sonntag, 18. September 2011

Versprochen ist versprochen

Mein lieben Leser/innen,

ich hab's euch versprochen und hier ist es: Ein Post nur für Bilder mit kurzen Beschreibungen.
Bitte einen Trommelwirbel für die ultimativen ersten Bilder des UWCCR-Schuljahres 2011/2012, das schon jetzt wunder-super-riesig schön und spannend und erfüllend ist.


Die ersten Bilder sind alle von dem super-tollen Roble-Alto Camp (das erste Camp, welches jedes Jahr in der zweiten Woche statt findet):
Beim Essen...

Aber die meisten Bilder von Roble Alto stammen von der None-talent-Show:

Alle Lehrer und sonstige Mitarbeiter, die mit uns zum Camp gefahren waren, haben zusammen einen Song gesungen und später noch einen Sketch performed.


Wir tanzen sehr viel hier im UWCCR...

Mein neuer Englisch-Lehrer Matt.

Amy und Evan aus den USA... Alles was da so schwarz geschrieben ist, sind die Worte des Liedes zu welchem sie dann getanzt haben. Also sie haben immer das Körperteil gezeigt, dessen Wort gerade im Lied vorkam - ziemlich cool...

So gegen Mitternacht dan hnabe ich meinen Lieblingswitz erzählt...

Das waren die Gesichtsausdrücke wähernd ich erzählte.

Das große Aufbrechen und belagern der Busse, um zurück zum Campus zu kommen.



Mein Buddy, Fionn aus Irland und ich.


Letzte Woche haben wir beschlossen, einen "Die Residence-Schön-Mach-Tag" zu haben, an welchem wir lauter Flamingos kleine und auch sehr große gebastelt und sie aufgehängt haben. Außerdem haben wir angefangen hinter unserer Residence einen Garten anzulegen. Und eine Gruppe hat für uns alle ein einmalig gutes Mittagessen als krönenden Abschluss gekocht.







So sehen unsere Freitagabend/-nacht-Beschäftigungen aus... (Keine Sorge: Maria, die dort hängt, war in einer Zirkusschule und weiß was sie tut)


Gestern Nacht ist mir die brilliante Idee gekommen, dass wir (Maggie, first-year aus Canada, Sophie, second year aus UK und ich)
doch mal mit verbundenen Augen den Weg vom Tor bis zum Mosaik (bei den Residencen) gehen sollten und dabei Fotos machen. Gesagt, getan und hier sind drei dabei entstandene Bilder. Übrigens: Für den gesamten Weg, für welchen wir normalerweise 5-10 Minuten bräuchten, benötigten wir 50 Minuten. Es kam uns aber viel weniger vor - eine einmalige Erfahrung:

Hier waren wir am Ziel.


Das sind also ein par Eindrücke meines Lebens hier, aber es ist nur ein Bruchteil von allem, was so vor sich geht...

Grüße

Eure

Lauri